Nordertor / The Northern Gate

Nordertor / The Northern Gate (HM2DFL)

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N 54° 47.733', W 9° 25.81'

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Ein geschichtlicher Rückblick / A historical overview

 
1345 wurde den Flensburgern von ihrem Landesherren die Erlaubnis erteilt, ihre Stadt mit einer Befestigungsmauer zu umgeben. Dabei entstand das "erste" Nordertor. Wie das Tor aussah und ob die Mauer wirklich die ganze Stadt umgab, ist nicht genau bekannt.

Während des Krieges um das Herzogtum Schleswig (1409-1431) bildete Flensburg den Mittelpunkt. Königin Margarethe I. und ihr Neffe, König Erich, ließen die Duburg bauen, die 1411 fertiggestellt wurde. Um die Duburg von See her zu versorgen, wurde der damalige Stadtteil Ramsharde (heute der Bereich von der Neuen Straße bis zum Nordertor) nach den neuesten Erkenntnissen der Verteidigungstechnik befestigt. Das aus dieser Zeit stammende Nordertor war Bestandteil einer durchgängigen Holz-Erde-Umwallung und hat in Höhe der Norderstraße 122/147 gelegen. Das Kirchspiel St. Marien und die Ramsharde waren durch den wasserreichen Glimbek voneinander getrennt.

Nach Beendigung der Kämpfe verfielen die Befestigungsanlagen bzw. wurden eingeebnet; man begnügte sich mit einer festen, hohen Holzplanke.

In der friedlichen Zeit zwischen 1431 und 1627 entwickelte sich Flensburg zu einer



bedeutenden Handelsstadt, deren Höhepunkt in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts erreicht wurde. Zu dieser Zeit setzte auch eine rege Bautätigkeit ein. 1595 war das alte Nordertor abgebrochen. das Stadtgebiet wurde um zehn Grundstücke (ca. 120 Meter) nach Norden erweitert und das heutige zweite Nordertor errichtet. Es war jetzt kein Verteidigungstor mehr, sondern ein reines Kontrolltor. Die großen Flugeltüren, die mittlerweile längst verschwunden sind. wurden abends geschlossen und morgens geöffnet. Der Torschließer, der auch im Tor wohnte, kontrollierte den ein- und ausgehen-den Verkehr. War das Tor schon geschlossen und es begehrte jemand Einlaß, kam er nur gegen eine Gebühr an dem Torschließer vorbei.

In unruhigen Zeiten oder bei Seuchengefahr war die Kontrolle an den Stadttoren uberaus scharf. Immer hatten sie jedoch den Zweck, zu verhindern, daß unerwunschte Elemente in die Stadt hineinkamen.

Die rechts und links im Nordertor angeordneten Räume waren wohl für die Belange des Wachpersonals gedacht und die kleine Wohnung im ersten Stock für den Torwächter.

Das Nordertor ist als zweistöckiger Ziegelbau auf einer Pfahlgründung errichtet. Die beiden Straßengiebel sind als Treppengiebel gestaltet. Der Bildhauer Heinrich Ringerinck(† 1629) fertigte die beiden Wappentafeln an der Nordseite an. deren eine das Wappen des regierenden Landesherren. König Christian



IV (1577-1648) und seinen Wahlspruch zeigt, die andere das Wappen Flensburgs mit der Devise "Friede ernährt, Unfriede verzehrt ".

Eine durchgreifende Renovierung wurde 1767 notwendig. Die schadhaften Ziegel wurden durch damals übliche kleinformatige Ziegel ersetzt. Im 19. Jahrhundert änderte sich das städtische Leben grundlegend. Die Stadtmauer zerfiel oder wurde abgebrochen. Das Bauverbot außerhalb der Stadtmauern aufgehoben: die Stadt dehnte sich nach allen Seiten aus. Es bestand weder das Verlangen noch die Notwendigkeit, die Leute, die in die Stadt hinein oder sie verlassen wollten, zu kontrollieren. Damit verlor auch das Nordertor seine Funktion. Der Verkehr nahm in ungeahntem Maße zu. Die Tore wurden als Verkehrshindernis empfunden und abgebrochen. Von Flensburgs 14 Toren und Pforten war am Ende des 19. Jahrhunderts nur noch das Nordertor nachgeblieben. 1881 stellten einige Anlieger den Antrag, es abzubrechen. Sie veranstalteten eine Sammlung. Die 5.250 Mark erbrachte, damit die Stadt ihrem Antrag stattgab, ohne Geld bewilligen zu müssen. Während damals Magistrat und Stadtverordnetenversammlung (=Ratsversammlung) Bedenken hatten und den Abbruch nicht gestatteten, befürworteten die Ratsherren seit 1884 den Abriß. Daß das Nordertor noch steht, ist dem konsequenten Widerstand des damaligen Oberbürgermeisters Dr. Todsen (1864-1946) und der zuständigen preußischen Staatsbehörde



zu verdanken, die die Anträge auf Abriß des Nordertores immer wieder zurückwiesen. Eine Restaurierung des Nordertores im Jahr 1903 mußte gegen den Widerstand der Stadtverordneten (=Ratsherren) im Wege der "Zwangsetatisierung" durchgeführt werden, und noch 1907 weigerten sich die Stadtverordneten, die jährlichen Unterhaltungskosten für das Nordertor in Höhe von 80.00 Mark zu bewilligen.

1890 war das Tor von eng herangerückten Wohnhäusern umgeben. Westlich von einem zweistöckigen Traufhaus im Zuge der westlichen Zeile der Norderstraße, östlich von den fünf durch Bürgermeister Dietrich Nacke 1595 gestifteten Armenhäusern, die 1895 abgebrochen wurden.

Die Zeit von 1862 bis 1913 war für das Nordertor sehr bedeutsam. In dieser Zeit sind gravierende bauliche Veränderungen an und um das Nordertor herum geschehen, die städtebauliche Situation hatte sich in dieser Zeit völlig verändert.

Im Jahre 1913/14 wurden am Nordertor umfangreiche Saniertungsarbeiten vorgenommen. Aus der damaligen Baubeschreibung gehen die geplanten Sanierungsmaßnahmen hervor:

"Wiederherstellung der Außenseite in den ursprünglichen Zustand. Abbrechen der aus kleinen Steinen hergestellten oberen Giebelaufbauten und Wiederaufmauern derselben mit großen Steinen. An der Ostseite soll ein Trinkbrunnen angebracht werden. Entfernen der gesamten Dachkonstruktion und Wiederherstellung eines neuen Daches in der alten Form. Eindecken des Daches mit roten holländischen Pfannen. Umbau der östlichen Hälfte des Erdgeschosses zu einer Bedürfnisanstalt. Instandsetzung der Wohnung im ersten Geschoß. Heben der darüber befindlichen Balkenlage bis zu einer lichten Höhe von 2.50 m. Erneuerung sämtlicher Fußböden. Eine Wohnung ist für die Wärterin der Bedürfnisanstalt bestimmt."

Im Mai 1953 wurde die Ostseite des Erdgeschosses für eine Goldschmiede umgestaltet. Dazu wurde ein Schaufenster in die Wand zwischen Erdgeschoß und Durchfahrt gebrochen. Der Umbau von 1953 war der letzte Eingriff in die Gestaltung des Nordertores. 1985 wurde beschlossen, das Nordertor zu modernisieren sowie das Umfeld neu zu gestalten. 1990 wurde die Modernisierung. die 750.000.—DM kostete, beendet.

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(English translation:)

In 1345, the Flensburgers were granted permission by their rulers to surround the city with a defensive wall. This was the "first" Northern Gate. What the gate looked like and whether the wall really surrounded the whole city is not known exactly.

During the war for the Duchy of Schleswig (1409-1431), Flensburg was at the center of things. Queen Margarethe I and her nephew, King Erich, had the Duburg (a fortification) built, which was completed in 1411. To supply the Duburg from the sea, the former Ramsharde district (now the area from the New Road to the Northern Gate) was fortified according to the latest defense technology. The Northern Gate, which dates back to this time, was part of a continuous wood-earth wall and was located at the height of Norderstraße 122/147. The parish of St. Mary and the Ramsharde were separated by the water-rich Glimbek.

After completion of the fighting, the fortifications fell or were leveled; solid, high wooden plank defenses then were considered sufficient.

In the peaceful period between 1431 and 1627 Flensburg developed into a major trading city, reaching a peak in the second half of the 16th Century. Also at this time construction activity began to increase briskly. In 1595 the old Northern Gate was demolished. The city was extended by ten plots (about 120 meters) to the north and built the present, second Northern Gate. It was no longer a defensive gate, but a purely for control purposes. The large "wing" gates, which have long since disappeared, were closed in the evening and opened in the morning. The gatekeeper, who also lived in the gate facility, controlled the incoming and outgoing traffic. If the gate was already closed and someone wanted admission, he could only pass the gatekeeper for a fee.

In times of unrest or epidemics, the control at the city gates was extremely stringent, always with the purpose of preventing unwanted elements from entering the city.

The rooms arranged on the right and left in the Northern Gate were probably intended for the needs of the guards, and the small quarters on the first floor for the gatekeeper.

The Northern Gate is built as a two-story brick building on a foundation of pilings. The two street gables are designed as stepped gables. The sculptor Heinrich Ringerinck (d. 1629) made the two coat of arms on the north side, one of which is the coat of arms of the ruling sovereign, King Christian IV (1577-1648) with his motto, and the other Flensburg's coat of arms with the motto "Peace nourishes, disquiet consumes".

A thorough renovation was necessary in 1767. Defective bricks were replaced by the then usual small-format bricks. In the 19th century, urban life changed fundamentally. The city wall disintegrated or was taken down. The ban on building outside the city walls was lifted: the city expanded in all directions. There was no longer the desire or need to control the people entering or leaving the city. Thus, the Northern Gate lost its reason for existence. Traffic increased to an unimaginable extent. The gates were perceived as a traffic barrier and removed. Of Flensburg's 14 gates, by the end of the 19th century, only the Northern Gate remained. In 1881, some residents proposed to have it removed, and organized a collection. The 5,250 marks yielded were for the city to grant the demolition request, without the city having to pay for it. At that time the city magistrate and town council had reservations and did not allow the demolition, but from 1884 onwards the town council advocated for the demolition. That the Northern Gate is still standing is a consequence of the consistent resistance of the then Lord Mayor Dr. Todsen (1864-1946) and the responsible Prussian state authorities, which repeatedly rejected the applications for demolition of the Gate. In 1903, a restoration of the Northern Gate had to be carried out against the resistance of the town councilors by means of "compulsory-ization", and as late as 1907 the town council refused to approve the 80-mark annual maintenance costs for the Northern Gate.

In 1890, the gate was surrounded by encroaching houses: to the west a two-storey house running the western side of the Norderstraße, and to the east, five poorhouses that had been donated by Mayor Dietrich Nacke in 1595, that were demolished in 1895.

The period from 1862 to 1913 was of great significance for the Gate. During this time, major structural changes took place both on and around it; the urban development situation had completely changed during this period.

In 1913-14 extensive renovation work was carried out at the Northern Gate. From the construction description at the time, the planned remedial measures emerge:

"Restore the outside to original condition. Demolish the upper gable structures made of small stones and rebuild them with large stones. On the east side, a drinking fountain should be attached. Remove the entire roof structure and restore with a new roof in the old form, covering the roof with red Dutch tiles. Convert the eastern half of the ground floor to public use. Repair the apartment on the first floor. Lift the beam above it to a clear height of 2.50 meters. Renew all floors. An apartment is intended for the caretaker."

In May 1953, the east side of the ground floor was redesigned for a goldsmith, with a shop window installed into the wall between ground floor and passage for this purpose. The conversion of 1953 was the last alteration to the design of the Northern Gate. In 1985 it was decided to modernize the Gate and its surrounding; by 1990 was the modernization was completed at a cost of 750,000 Deutschmarks.
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HM NumberHM2DFL
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Placed ByStadt Flensburg Stadtarchiv, Amt for Stadtsanierung, Arkitekten Lorenzen
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Date Added Wednesday, January 9th, 2019 at 4:02pm PST -08:00
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UTM (WGS84 Datum)29U E 472343 N 6072125
Decimal Degrees54.79555000, -9.43016667
Degrees and Decimal MinutesN 54° 47.733', W 9° 25.81'
Degrees, Minutes and Seconds54° 47' 43.98" N, 9° 25' 48.6" W
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